Algenzuchtanlage

Algenzuchtanlage

Anlässlich der Bundesgartenschau ‘05 (BUGA) wurde von der forschungsgruppe_f eine Algenzuchtanlage zwecks Aufzucht und Regeneration der Population der „Gemeinen Fensteralge“ an der Lothringerstrasse 13 in München montiert.

Mission
Die „Gemeine Fensteralge“ wurde durch den Einsatz moderner Hygieneartikel und -methoden sowie der Professionalisierung im Hygienebereich in Mitteleuropa nahezu ausgerottet. Vermutlich sind jedoch noch einzelne Algensporen in der Umwelt von München präsent. Falls dies der Fall ist, könnte diese Anlage ein wichtiges Biotop darstellen, und den Weiterbestand der Art zumindest während der BUGA sichern.

Projekt
Wichtigster Bestandteil ist das gut besonnte Glas (Südausrichtung), welches durch zwei zenitale Wasser-Dispenser in unterschiedliche Feuchtzonen (individuelle Vorlieben) unterteilt wird. Tesafilm-Terrassen bilden Nisthorste für erste Pionierkolonien. Am unteren Ende des Schaufensters wird das Wasser inkl. Algen gesammelt, wobei die Rinnen in Kaskadenfolgen angeordnet sind, um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern, bzw. zu sättigen. Dieser erhöhte Sauerstoffgehalt potenziert die Virilität der Algen.
Nach einem kurzen Aufenthalt im nadiralen Bassin werden die Algen durch eine Pumpe wieder zur Brause befördert. Bei der Brause angelangt, wird sich die individuelle Alge entscheiden, ob sie wieder den Weg über das Schaufenster nimmt, zwecks Kolonisation, Nahrungsaufnahme (Photosynthese) und sexueller Vermehrung, oder ob sie sich in den beiden bereit gehängten Relaxationsbehältern kurz von den Umtrieben erholen will oder sich da eventuell der Mitose (vegetative Fortpflanzung) hingibt. Bei jedem Rundgang durchs System wird der Algenanteil im Wasser potenziert.

Prothese
Um der „Gemeinen Fensteralge“ erleichterte Startbedingungen zu bieten, wird das System mit keimreichem Wasser aus dem Umland (Isar) in Betrieb gesetzt. Da Flussalgen weitgehend ähnliches Siedlungsverhalten zeigen wie die „Gemeine Fensteralge“ können diese die Erschliessung des Lebensraums bewerkstelligen. Die „Gemeine Fensteralge“ auch „Urbane Alge“, genannt, ist jedoch besser an den Lebensraum Schaufenster angepasst, und wird somit die rurale Flussalge dynamisch und aggressiv verdrängen (Invasiv-Lounging) – gesetzt der Fall, ein Keim von der ‘Gemeinen Fensteralge’ trifft auf das Biotop.

Resultat
Erfolg in der Zucht blieb leider aus, statt einer Algenpopulation hat sich eine milimeterdicke Kalkschicht auf dem Glas gebildet.